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Coronavirus-Mutation: Wird jetzt alles schlimmer?

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Derzeit sollte man besser zu Hause bleiben und sich nur mit sehr, sehr wenigen Leuten treffen.
Bild von enriquelopezgarre auf Pixabay

21. Dezember 2020

In Großbritannien wurde eine neue Mutation des Coronavirus entdeckt, bei der man sich schneller anstecken kann. Deswegen haben mehrere Länder Flug- und Zugverbindungen von und nach Großbritannien unterbrochen.

Wenn es in einem Film eine Mutation gibt, von einer Krankheit oder einem Tier, dann wird es meistens schlimmer. Das liegt aber vor allem daran, dass die Geschichte nur dann spannend ist, wenn es richtig schlimm wird! In der Realität gibt es ständig Mutationen und die meisten sind harmlos oder sogar positiv.

Mutationen sind ganz normal

Bei allen Lebewesen gibt es Mutationen. Evolution, also Weiterentwicklung, ist nur möglich, weil es Mutationen gibt. Bei Menschen dauert es sehr lange, bis sich Mutationen durchsetzen. Vor einigen Jahrtausenden (!) wurde in Nordeuropa jemand geboren, der auch als Kind und Erwachsener Milch trinken konnte, ohne dass er Bauchweh und Durchfall bekommen hat. Weil Milch so ein nahrhaftes Lebensmittel ist, hat sich diese Mutation weiterverbreitet.

Wenn du gerade ein leckeres Glas mit Milch oder Kakao trinkst, ist das nur möglich, weil du ein Mutant bist! Falls du Milch nicht verträgst, gehörst zum größeren Teil der Menschheit: In Europa und Nordamerika können fast alle Menschen Milch verdauen, aber in Asien und Afrika hat sich diese Mutation (noch) nicht verbreitet, weshalb die meisten Menschen dort keine Milch trinken können. Mutationen bei Menschen brauchen Jahrtausende, um sich weit zu verbreiten.

Bei Viren und Bakterien geschieht das jedoch recht schnell. Forscher untersuchen Viren ständig auf Veränderungen. Das aktuelle Coronavirus hat schon mehr als 12.000 Mutationen durchgemacht. Über die meisten wird nicht berichtet, weil sich daraus keine Veränderungen für die Behandlung o.ä. ergeben.

Um was geht es bei dieser neuen Mutation?

Die in Großbritannien aufgetretene Mutation des Coronavirus verbreitet sich vermutlich schneller als andere Varianten des Virus. Da die Krankenhäuser in Deutschland schon sehr stark belegt sind, wäre es gefährlich, wenn sich plötzlich noch viel mehr Menschen infizieren. Um das zu verhindern, leben wir ja gerade in einem erneuten Lockdown.

Diese neue Mutation könnte deswegen zu einer Gefahr werden, wenn sie sich genauso schnell wie in Großbritannien verbreitet. Aber sie ist vermutlich für Leute, die sich anstecken, nicht gefährlicher als das bisherige Virus. Der bekannteste Virologe Deutschlands, Christian Drosten, sagte im Deutschlandfunk, er wäre „nicht so sehr besorgt“, denn diese neue Mutation wurde auch schon in Australien, in den Niederlanden, Dänemark und Belgien gefunden. Dort sind jedoch nicht auf einmal so viele Leute erkrankt wie in Großbritannien.

In Südafrika gibt es eine ähnliche Mutation, bei der sich erstaunlich viele junge Menschen anstecken. Deswegen wurden auch die Flugverbindungen nach Südafrika unterbrochen. Das ist ebenfalls eine Vorsichtsmaßnahme, weil man noch nicht genau weiß, wie gefährlich diese Mutation ist.

Die Impfstoffe, die von verschiedenen Firmen entwickelt werden, wirken mit großer Sicherheit auch bei diesen neuen Mutationen. Sicherheitshalber wird das jedoch von den Forschern überprüft.

Was kann man tun?

Nicht in Panik ausbrechen! Es geht darum, sich möglichst nicht anzustecken und dafür reicht es, wenn man sich konsequent an die AHA-Formel (Abstand - Hygiene - Alltagsmaske) hält:

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Achtung Fotomontage!!! Hunde und Katzen können sich tatsächlich bei ihren Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Aber eine Maske brauchen Tiere nicht zutragen.
Bild von Andrea Bohl auf Pixabay

Abstand: Wenn man raus muss, dann sollte man mindestens 1,5 Meter Abstand zu Mitmenschen halten. Am besten sollte man derzeit aber nur mit der eigenen Familie zusammen sein. Skype und Zoom nerven, aber im Augenblick geht es nicht anders.
Hygiene: Wenn du niesen oder husten musst, dann in die Armbeuge, nicht in die Hand! Regelmäßiges Händewaschen nicht vergessen.
Alltagsmaske: Beim Einkaufen oder auf belebten Straßen immer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dabei darauf achten, dass die Nase wirklich in der Maske steckt.